Erektionshilfen – welche Möglichkeiten gibt es?

Übersicht über Behandlungsmöglichkeiten bei Erektionsstörungen

November 2018

Erektionsstörungen bis hin zur erektilen Dysfunktion sind wesentlich häufiger als viele glauben. Etwa jeder fünfte Mann ist in Deutschland von einer Erektionsstörung betroffen, bei älteren Männern steigt der Anteil deutlich an. Gleichzeitig stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, Erektionsprobleme und -störungen zu behandeln. Welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten, wird nachfolgend erläutert.

Stefan Hennings

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Gibt es die ideale Erektionshilfe?

Um es kurz zu sagen: Nein. Die eine optimale Erektionshilfe gibt es nicht. Erektionsstörungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Allein deswegen sind je nach Grund unterschiedliche Erektionshilfen besser geeignet. Auch ist jeder Mann anders, weshalb verschiedene Männer mit der gleichen Ursache dennoch unterschiedlichen Erfolg bei verschiedenen Erektionshilfen erzielen können.

Daher ist es wichtig, die genauen Gründe einer Erektionsstörung zu kennen. Sicher über die Ursache können Sie nur sein, wenn Sie mit Ihrer Erektionsstörung einen Arzt aufsuchen. Nur mit einer ärztlichen Diagnose kann auch eine erfolgreiche Therapie gegen die Erektionsstörung begonnen werden.

Welche Medikamente gegen Erektionsstörungen gibt es?

Ein therapeutischer Ansatz ist das Verabreichen von Medikamenten. Hier gibt es unterschiedliche Klassen von Medikamenten, die verschiedene Ansätze verfolgen. Am bekanntesten sind hier sicherlich die PDE5-Hemmer, zu denen Viagra, Cialis, Levitra und Spedra sowie dessen Generika gehören. Diese Mittel können nur wirken, wenn es einen sexuellen Reiz gibt und die Nervenbahnen im Becken- und Genitalbereich noch intakt sind.

Eine andere Medikamentenklasse wird direkt am Penis angewandt, die dann für eine direkte Blutzufuhr in die Schwellkörper sorgt. Dazu zählt die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) mit den Mitteln Caverject oder Viridal. Eine Alternative ist das Medikament Muse, das nicht in den Penis gespritzt wird, sondern in die Harnröhre eingeführt wird. Diese Medikamente benötigen für eine Wirkung keinen sexuellen Reiz und auch keine intakten Nervenbahnen.

PDE5-Hemmer, SKAT und Muse sind sehr wirkungsvoll – etwa 90 Prozent der Anwender erreichen eine zufriedenstellende Erektion. Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und haben Nebenwirkungen. Für bestimmte Patienten kommen diese Mittel daher nicht infrage, vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem sind sie nicht für alle Formen der erektilen Dysfunktion geeignet.

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Welche natürlichen Wirkstoffe gegen Erektionsstörungen gibt es?

Im Internet, aber auch in vielen Apotheken, finden Sie zahllose natürliche Potenzmittel, die Erfolg versprechen. Das ist allerdings mit großer Skepsis zu sehen, denn bei den meisten homöopathischen Mitteln konnte keine Wirkung aufgezeigt werden. Es gibt aber bestimmte pflanzliche Stoffe, die zu einer steigenden Erektionsfähigkeit führen können, und dessen Wirkung auch durchaus belegt werden kann. Zu diesen Stoffen zählen Maca und Yohimbin. Auch diese Mittel können Nebenwirkungen haben, weshalb die Nutzung mit einem Arzt abgesprochen werden sollte.

Welche mechanischen Hilfsmittel gegen Erektionsstörungen gibt es?

Eine weitere Gruppe an Erektionshilfen kann als mechanische Hilfsmittel zusammengefasst werden. Gemeint sind physikalische Hilfsmittel wie beispielsweise die Vakuumpumpe (auch Penispumpe genannt). Hier wird mithilfe von Unterdruck Blut in den Penis gepumpt. Mit einem Penisring kann das Blut dann im Penis für längere Zeit gehalten werden. Die Anwendung ist zwar an sich einfacher, aber im Vorfeld eines Geschlechtsakts doch recht umständlich. Vakuumpumpe und Penisringe können frei gekauft werden.

Als eine Art letzte Lösung fungiert die Penisprothese. In einem operativen Eingriff werden künstliche Schwellkörper, eine Pumpe und Flüssigkeitsbehälter in Penis, Hoden und Bauchraum untergebracht. Per Pumpe wird die Flüssigkeit in die künstlichen Schwellkörper geleitet und die Erektion entsteht. Diese Option sollte stets das letzte Mittel bleiben, da sie gewisse Risiken birgt und die vorhanden Schwellkörper in Penis irreparabel schädigt.

Eine Art mechanische Erektionshilfe ist zudem das Beckenbodentraining. Das ist eher aus dem Schwangerschaftstraining bekannt, kann aber auch Männern mit Erektionsbeschwerden helfen. Durch das Trainieren der unteren Beckenmuskulatur wird die Durchblutung verbessert und die Erektionsfähigkeit nimmt zu.

Welche Erektionshilfen gibt es bei psychisch bedingten Erektionsstörungen?

Die vorgenannten Hilfsmittel sind vor allem bei Erektionsstörungen relevant, die eine körperliche Ursache haben. Daneben können Erektionsstörungen aber auch psychisch bedingt sein. Hier schaltet gleich der Kopf ab und der sexuelle Reiz wird nicht weitergeleitet. Die Gründe hierfür können vielfältig sein: Leistungsdruck, Minderwertigkeitskomplexe, psychischer Stress, Depressionen oder auch eine psychische Störung.

Um die psychische Blockade zu lösen, gibt es unterschiedliche Ansätze. Im einfachen Fall können Entspannungstechniken weiterhelfen. Autogenes Training, Meditation, Sensualitätstraining oder Teasing-Training sind hierfür Beispiele. Wer diese Techniken ein wenig beherrscht, kann damit psychischen Druck von sich nehmen oder auch Stress bekämpfen, ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Verminderung der Erektionsfähigkeit.

Bei tieferen Problemen mit der Sexualität kann eine Sexual- oder Paartherapie sinnvoll sein. Hier wird auf das spezielle Problem eingegangen und hinderliche Denkmuster durchbrochen. Liegt die psychische Ursache woanders, beispielsweise in einer Depression, ist die klassische Psychotherapie eine gute Möglichkeit. Wird die hintergründige Ursache erfolgreich angegangen, verschwinden in der Regel die Erektionsstörungen mit.

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