Pflanzliche Potenzmittel – eine hilfreiche Alternative?

Alternative Potenzmittel: Übersicht über angeblich pflanzliche Potenzmittel

Zuletzt aktualisiert: November 2019

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Kurfassung:

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Erektionsstörungen sind weiter verbreitet als Sie vielleicht vermuten: Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland ca. 8 Millionen Männer unter einer sogenannten erektilen Dysfunktion. Dabei liegt nicht immer eine organische Ursache vor. Bei jedem vierten Patienten sind die Erektionsstörungen psychosomatisch bedingt.

Viele Betroffene suchen daher händeringend nach einer Lösung. Die gute Nachricht ist: Erektionsstörungen sind sehr gut behandelbar, die schlechte Nachricht: Es gibt keine natürlichen Potenzmittel, die nachweislich bei Erektionsstörungen helfen! Es gibt auch keine einzige wissenschaftlich Studie in der Welt, die das Gegenteil belegt. Die einzigen nachweislich wirksamen Potenzmittel gegen Erektionsstörungen sind ViagraCialisLevitra, Spedra und die dazugehörigen Generika.

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Die größten Irrtümer bei natürlichen Potenzmitteln

Damiana (Turnera diffusa)

Diese Heilpflanze stammt aus Amerika. Sie enthält vor allem stark durchblutungsfördernde Terpene. Der Legende nach nutzten schon die Indianer Damiana als natürliches Aphrodisiakum. Auch heute genießt die Pflanze einen guten Ruf als Stärkungs- und Potenzmittel.

→ Wissenschaftliche Nachweise für eine potenzsteigernde Wirkung gibt es bei Damiana (noch?) nicht.

Sollten Sie keine Lust haben sich ein Rezept von ihrem Hausarzt ausstellen zu lassen, dann können Sie sich Potenzmittel bequem per Online-Rezept bei lizenzierten Online Apotheken wie z. B. auf www.121doc.de oder euroclinix.de verschreiben lassen. Weitere Details dazu finden Sie hier.

Stefan HenningsImpotenz Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Erd-Burzeldorn (Tribulus terrestris)

Der Erd-Burzeldorn kommt vor allem in Asien und Afrika vor. Den Früchten wird eine tonisierende und potenzsteigernde Wirkung zugesprochen. Trotz fehlender wissenschaftlicher Bestätigung wird der Pflanzenextrakt als Aphrodisiakum auch als natürliches Mittel zum Muskelaufbau bei Sportlern angepriesen. Es wird vermutet, dass der Erd-Burzeldorn die Testosteronproduktion steigert und damit seine Wirkung erzielt. Der Nachweis der Forschung dafür steht noch aus.

Vorsicht ist bei Männern mit Leber- und Nierenproblemen geboten, da diese Organe durch die Einnahme von Erd-Burzeldorn geschädigt werden können.

Ginkgo (Ginkgo biloba)

Der Ginkgobaum, der ursprünglich aus China stammt, ist heute nahezu weltweit zu finden. Die wirksamen Komponenten der Blätter sind Flavonoide, Terpene, Ketone und Säuren. Extrakte aus den Blättern werden zur symptomatischen Behandlung bei Demenz eingesetzt. Ginkgoextrakt verbessert unter anderem die arterielle Durchblutung und die Fließeigenschaften des Blutes.

Die nachweislich durchblutungsfördernde Wirkung wird gern bei Erektionsstörungen als natürliche Stärkung genutzt. Bei regelmäßiger Anwendung treten selten allergische Hautreaktionen und Magen-Darm-Beschwerden auf. Zu Ginkgo gibt es tatsächlich einige Studien mit interessanten, positiven, Ergebnissen bei der Behandlung von Erektionsstörungen (Quellen).

Bischofsmütze (Epimedium grandiflorum)

Die Bischofsmütze ist Bestandteil der traditionellen Chinesischen Medizin. Die enthaltenen Alkaloide und Glykoside wirken psychisch anregend. In Tierversuchen wurde auch ein Effekt auf den Hormonhaushalt festgestellt. Der Bischofsmütze wird eine Erhöhung der Samenproduktion und eine Verstärkung der Libido zugesprochen. Sie wird auch “pflanzliches Viagra” genannt, da vermutet wird, dass die Pflanze auf ähnliche Weise wirkt, wie das chemische Mittel. Nachweise dafür gibt es nicht.

Yohimbin-Baum (Pausinystalia yohimbe)

Dieser Baum kommt vor allem im tropischen Westafrika vor. Aus den Blättern und der Rinde des Yohimbin-Baumes wird ein klassisches Mittel gewonnen, das zur Behandlung von Erektionsstörungen beworben wird. Yohimbin erweitert die Blutgefäße und steigert den Blutfluss in Richtung der Geschlechtsorgane. Außerdem soll es im Nervensystem angeblich lustfördernd wirken. Bereits geringe sexuelle Reize sollen Sie direkt scharf machen – also zumindest unter dem Einfluss von Yohimbin.

Die Einnahme von Yohimbin ist, so berichten einige Quellen, nicht unproblematisch – andere Studien berichten von keinen bekannten Nebenwirkungen. Das ist auch direkt ein Problem bei pflanzlichen Potenzmitteln: es gibt keine ausreichenden Untersuchungen und Studien.

Ginseng (Panax ginseng)

Diese koreanische Heilpflanze gilt als universales Stärkungsmittel. Sie soll durchblutungsfördernd wirken und die Immunabwehr stärken. So soll auch ein positiver Effekt auf die Potenz zu beobachten sein. Eine Meta-Analyse von vorhandenen Studien bemängelt z. B. die unzureichende Methodik der vorhandenen Studien und kann Ginseng weder einen positiven noch negativen Effekt bescheinigen.

Fazit – Pflanzliche Potenzmittel können gefährlich sein

Gefährlich sind pflanzliche Potenzmittel meistens nicht, so lange sie in geringen Dosierungen ausprobiert werden. Die Nebenwirkungen sind, im Vergleich zu chemischen Mitteln, meist gering. Allerdings ist auch die Wirkung oft sehr gering oder erst gar nicht vorhanden.

Bei vielen pflanzlichen Präparaten ist der Nutzen, aufgrund der fehlenden Studien, umstritten.

Gefährlich wird es, wenn angepriesene Produkte mit Wirkstoffen wie Sildenafil oder Tadalafil angereichert werden, um eine Wirkung zu erzielen. Diese Anreicherung wird dann oft nicht ausgewiesen!

Somit nimmt “Mann” unwissentlich einen synthetischen Wirkstoff zu sich, der erhebliche Nebenwirkungen haben kann. Leider wird dieser Betrug bisher kaum verfolgt. Auch bei großer Vorsicht ist man nicht davor sicher, auf einen solchen Schwindel reinzufallen – man müsste jedes „pflanzliche Wundermittel“ im Labor selbst untersuchen lassen. Das Risiko, im Internet gefälschte Produkte zu erhalten, ist sehr groß. Wenn Sie verunsichert sind, lassen Sie sich in der Apotheke vor Ort beraten oder lassen Sie direkt die Finger von dem Präparat und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.

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Quellen

  • Studie über traditionelle Medizin bei Erektionsstörungen
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5313309/
  • Ginkgo bei Erektionsstörungen ausgelöst durch Antidepressiva
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15378664
  • Studie mit 50 Patienten: Ginkgo zeigt positiven Einfluss
    https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01614576.1991.11074006
  • Ginseng Meta-Studie
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2561113/