Das beste Mittel gegen Erektionsstörungen?

Für die meisten von Erektionsstörungen betroffenen Männer stellt sich schnell die Frage nach dem besten Potenzmittel als schnelle Lösung für das belastende Problem. Eine allgemeingültige Antwort kann es da allerdings nicht geben. Jede Person reagiert auf Wirkstoffe von Arzneimittel anders, da sind Potenzmittel keine Ausnahme. Was bei anderen gut hilft, ist unter Umständen bei Ihnen wirkungslos. Daneben ist es auch wichtig, in welcher Form und unter welchen Umständen Sie das Potenzmittel einnehmen möchten. Nachfolgend erhalten Sie hierzu ein paar Informationen.

PDE5-Hemmer: Die Potenzpillen

Das bekannteste Potenzmittel in Pillenform, auch blaue Pille genannt, ist mit Sicherheit Viagra. Neben Viagra gibt es heute weitere Potenzmittel mit sehr ähnlicher Wirkungsweise. Sie alle zählen zu den sogenannten PDE5-Hemmern. Der Wirkstoff der Potenzpille hemmt den Abbau eines bestimmten Enzyms im Gewebe des Penis, sodass der Blutabfluss aus den Schwellkörpern unterbunden wird. Die Folge ist eine bessere und steifere Erektion.

Viagra: Der Klassiker

Viagra war das erste Potenzmittel seiner Art auf dem Markt. Schnell bekam Viagra den Ruf des besten Potenzmittels, ja sogar bis hin zum erklärten Wundermittel gegen Potenzstörungen, was den Erfolg des Mittels erklärt. Der Wirkstoff in Viagra ist Sildenafil, der wie oben beschrieben wirkt. Die Wirkung setzt dabei ungefähr eine halbe Stunde nach Einnahme und bei sexueller Stimulation ein. Die Wirkungsdauer beträgt bis zu vier Stunden.

Nicht bei jedem Anwender wirkt Viagra gleich gut – tatsächlich kommt es hin und wieder vor, dass Viagra nur eine geringe bis hin zu keiner Wirkung zeigt. Wie schon erwähnt, hängt die Wirkung von Arzneimitteln – und Potenzmittel wie Viagra sind genau das – auch von individuellen körperlichen Bedingungen ab. Auch Nebenwirkungen, wie beispielsweise Kopfschmerzen, treten bei einigen Anwendern auf. Geringe Wirkungsdauer, mangelnde Wirkung und Nebenwirkungen können alle Gründe sein, von Viagra auf ein anderes Potenzmittel zu wechseln. Ein Wechsel sollte dabei stets mit dem Arzt abgesprochen werden.

Neben dem Original-Viagra gibt es mittlerweile auch sogenannte Generika, die ebenfalls den Wirkstoff Sildenafil nutzen. Das Patent zu Viagra ist vor wenigen Jahren abgelaufen, sodass pharmazeutische Unternehmen Potenzmittel mit den gleichen Inhaltsstoffen zum Original auf den Markt bringen können. Beispiele hierfür sind Nipatra, SildeHexal, Sildenafil Hennig, Sildenafil Pfizer und Sildenafil Mylan.

Levitra: Für die schnelle Wirkung

Levitra nutzt den Wirkstoff Vardenafil, der sehr ähnlich zum Viagra-Wirkstoff Sildenafil wirkt. Für viele Anwender, die bei Viagra mit Nebenwirkungen zu kämpfen haben, ist Levitra eine gute Alternative. Zudem wirkt Levitra in vielen Fällen bereits innerhalb von zehn Minuten nach der Einnahme – schneller als alle anderen Potenzmittel in Tablettenform.

Spedra: Das jüngste Potenzmittel

Spedra ist erst seit 2014 für den europäischen Markt zugelassen. Das Mittel nutzt den Wirkstoff Avanafil, der ebenso wie die Wirkstoffe in Viagra und Levitra funktioniert. Auch Spedra wirkt in vielen Fällen relativ schnell nach der Einnahme, meist zwischen 20 und 30 Minuten. Wenn Viagra und Levitra für Sie schlecht verträglich sind oder die Wirkung nicht so wie gewünscht, haben Sie mit Spedra eine weitere Alternative.

Cialis: Für die langanhaltende Wirkung

Das vierte Potenzmittel aus der Gruppe der PDE5-Hemmer ist Cialis. Bei Cialis gibt es eine Besonderheit: Es wirkt deutlich länger als die anderen Potenzmittel in Tablettenform. Bis zu 36 Stunden kann die Wirkung anhalten. Eine Einnahme direkt vor dem Geschlechtsverkehr ist somit nicht notwendig. Zudem gibt es eine niedrig dosierte Cialis Variante – hier sind nur 5 mg des Wirkstoffes enthalten – die täglich eingenommen werden kann. Das ermöglicht ein spontanes Sexleben. Wenn Sie darauf einen besonderen Wert legen, kann Cialis für Sie das richtige Potenzmittel sein.

Alprostadil: Für die direkte Anwendung

Ein weiterer Wirkstoff, der zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt wird, ist Alprostadil. Mittel mit diesem Wirkstoff werden im Normalfall lokal angewendet – also direkt am Penis. Seine Hauptwirkung ist die Steigerung der Durchblutung. Alprostadil hat den größten Vorteil darin, dass es nicht nur bei vaskulär bedingten Erektionsstörungen wirkt, sondern auch bei Nervenschädigungen oder psychisch bedingten Erektionsstörungen. Potenzmittel wie Viagra und Co. können nur bei vaskulären Ursachen helfen. Liegt bei Ihnen somit eine neurogene oder psychische Ursache für die erektile Dysfunktion vor, ist Alprostadil das beste Potenzmittel. Es wirkt auch ohne sexuelle Stimulation.

Caverject: Die Injektionstherapie

Alprostadil kann in drei Varianten angewandt werden. Als Caverject wird Alprostadil direkt per Spritze in den Penis injiziert. Dafür werden Sie von Ihrem Arzt genau in der Anwendung und Dosierung unterwiesen. Alprostadil muss kurz vor dem Geschlechtsverkehr gespritzt werden, da es innerhalb von fünf bis zehn Minuten wirkt.

MUSE: Das Zäpfchen

Alprostadil gibt es auch als Zäpfchen. MUSE (Medicated Urethral System for Erection) nennt sich das entsprechende Potenzmittel. Dabei wird kurz vor dem Geschlechtsverkehr das Zäpfchen in die Harnröhre geschoben. Von dort gelangt der Wirkstoff in das Gewebe des Penis und innerhalb von fünf bis zehn Minuten zeigt sich die Wirkung.

Vitaros Creme: Die Alternative

Ein weiteres Mittel mit Alprostadil ist Vitaros Creme. Auch dieses Mittel muss in die Harnröhre eingeführt werden. Dafür wird das Potenzmittel in Pipetten mit kleinen Dosierungen geliefert. Die Wirkung tritt zwischen fünf und 30 Minuten nach der Anwendung ein. Die Wirkungsdauer schwankt zwischen einer und zwei Stunden.

Fazit: Das beste Potenzmittel?

Um genau zu klären, welches Potenzmittel für Sie das beste ist, müssen Sie ein beratendes Gespräch mit dem Arzt führen. Je nach Ihrer persönlichen Situation und den Umständen kann ein anderes Potenzmittel die beste Wahl für Sie sein. Möglicherweise müssen Sie mehr als eines ausprobieren, bis Sie das für Sie richtige Mittel gefunden haben. Beobachten Sie daher die Wirkung und auch die Nebenwirkungen genau. Ein wenig Geduld ist zudem auch manchmal gefordert, bis das für Sie beste Potenzmittel gefunden ist.


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