Welche Viagra-Alternativen gibt es?

Viagra ist das Potenzmittel, dass noch immer viele Männer (und Frauen) im Kopf haben, wenn es um die Behandlung von Erektionsstörungen geht. Wer sich heute in ärztlicher Behandlung aufgrund von Erektionsstörungen begibt, wird häufig ein Rezept für Viagra von seinem Arzt erhalten. Dabei gibt es einige Mittel, die eine Viagra-Alternative darstellen. Neben anderen Medikamenten und Mitteln sind seit 2013 – dem Ablaufen des Patents von Pfizer auf den Viagra-Wirkstoff Sildenafil – auch Generika für Viagra auf den Markt.

Cialis

Wie auch Viagra zählt Cialis zu den PDE5-Hemmern. Hier wird das Enzym Phosphodiesterase Typ-5, das im biochemischen Prozess der Erektion eine wichtige Rolle einnimmt, gehemmt. Cialis nutzt allerdings einen anderen Wirkstoff als Viagra – Tadalafil. Die Wirkungsweise ist allerdings identisch. Der Wirkstoff entspannt die Gefäßmuskeln um den Schwellkörper, fördert so die Durchblutung im Penis und durch das gehemmte Enzym kann dieses Blut dann nicht mehr so schnell abfließen. Eine längere und härtere Erektion ist die Folge.

Cialis wirkt eine halbe Stunde nach der Einnahme und hat eine vergleichsweise lange Wirkungsdauer mit 36 Stunden. In diesem Zeitraum kann der Mann auch mehrmals eine Erektion bekommen. In kleinen Dosierungen kann Cialis auch durchgängig einmal täglich eingenommen werden. Wie bei allen PDE5-Hemmern ist für eine Erektion ein sexueller Stimulus notwendig – die Erektion ist nicht allein durch die Einnahme vorhanden. Cialis ist verschreibungspflichtig, die Einnahme sollte nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen. Hergestellt wird die Viagra-Alternative Cialis von Lilly Pharma.

Levitra

Ein weiterer PDE5-Hemmer ist Levitra. Der hier verwendete Wirkstoff heißt Vardenafil. Die Wirkung von Levitra ist identisch zu den anderen Potenzmitteln Viagra und Cialis. Vardenafil fördert die Durchblutung und hemmt das PDE5-Enzym, sodass das in die Schwellkörper eingeflossene Blut nicht so schnell wieder abfließt. Als Folge bleibt eine Erektion. Die Einnahme sollte etwa eine halbe Stunde vor dem Geschlechtsverkehr erfolgen. Die Wirkungsdauer liegt bei etwa vier Stunden. Wie alle PDE5-Hemmer ist auch die Viagra-Alternative Levitra verschreibungspflichtig. Hergestellt wird Levitra von Bayer.

Sildenafil-Generika

Mit dem Auslaufen des Patents auf den Wirkstoff Sildenafil im Jahr 2013 konnte Sildenafil auch in anderen Potenzmitteln Verwendung finden, sofern diese zugelassen wurden. Viagra-Hersteller Pfizer selbst hat mittlerweile eine Viagra-Alternative als Generikum auf den Markt gebracht. Daneben gibt es heute zahlreiche weitere Pharmaunternehmen, die Generika zu Viagra herstellen und vertreiben. Die meisten von ihnen nutzen den Wirkstoffnamen Sildenafil direkt oder in abgewandelter Form für ihre Produkte. Hersteller wie beispielsweise Hexal, Ratiopharm oder Stada bieten eine Viagra-Alternative in Form eines Generikums an. Etwa eine halbe Stunde vor dem Geschlechtsverkehr sollte die Einnahme erfolgen, die Wirkungsdauer ist etwa vier Stunden. Auch die Generika sind natürlich verschreibungspflichtig.

Sind die Viagra-Alternativen besser?

Alle PDE5-Hemmer, wie sie oben genannt sind, bauen auf den gleichen Wirkmechanismus auf. In dieser Hinsicht sind die Präparate also identisch. Sie unterscheiden sich aber in der Wirkungsdauer, im Zeitraum von der Einnahme bis zur Wirkung oder auch in der Zusammensetzung der Hilfsstoffe, die in den Tabletten mitenthalten sind. Cialis und Levitra nutzen zudem einen anderen Wirkstoff als Viagra und die Viagra-Generika. Das kann dazu führen, dass individuell eine Viagra-Alternative besser sein kann als Viagra selbst. Beispielsweise wirkt ein anderer Wirkstoff bei einer bestimmten Person besser oder eine andere Zusammensetzung führt nicht zu Unverträglichkeiten.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten als Viagra-Alternative:

Injektionen

Eine Viagra-Alternative kann in Schwellkörperinjektionen bestehen. Dabei wird ein Medikament direkt in die Schwellkörper des Penis gespritzt. Der Urologe unterrichtet den Patienten in der Anwendung und gemeinsam wird die notwendige Dosierung für eine Erektion in mehreren Sitzungen erarbeitet. Danach kann der Patient zu Hause die Injektionen durchführen. Eine mögliche Nebenwirkung ist eine Dauererektion, die dann von Urologen behandelt werden muss.

Harnröhrenstäbchen

Nicht unähnlich zu den Injektionen ist die Viagra-Alternative der Harnröhrenstäbchen. Hier werden mithilfe eines Gels winzige Stäbchen in die Harnröhre eingeführt. Von dort aus verteilt sich das Medikament weiter in den Penis und eine Erektion wird möglich. Diese Viagra-Alternative ist zwar sehr wirksam, allerdings treten in 30 Prozent der Anwendungen starke Schmerzen auf.

Yohimbin

Eine weitere Viagra-Alternative ist Yohimbin, ein Wirkstoff, der aus der Rinde des Yohimbinbaumes gewonnen wird. Es sorgt für eine Gefäßerweiterung und dadurch einen besseren Blutfluss, indem es die Rezeptoren in den Muskeln blockiert. Nach einer regelmäßigen, mehrwöchigen Einnahme kann dadurch auch die Erektionsfähigkeit wieder zunehmen.

Penisprothesen

Ist eine medikamentöse oder anderweitige Behandlung nicht erfolgreich oder nicht möglich, ist das Einsetzen einer Penisprothese eine Viagra-Alternative. Das erfordert einen operativen Eingriff, bei dem die Schwellkörper durch einen Silikonzylinder ersetzt werden. Zudem werden eine Pumpe und ein Flüssigkeitsbehälter im Hodensack beziehungsweis im Bauchraum untergebracht. Durch Betätigen der Pumpe wird Flüssigkeit in den Zylinder gepumpt und eine Erektion entsteht. Die Penisprothese kann lebenslang im Körper verbleiben, sofern kein technischer Defekt und keine Entzündungen auftreten.

Psychotherapie

Erektionsstörungen sind nicht selten psychisch bedingt oder psychischer Stress begleitet eine Erektionsstörung und verstärkt diese. Eine Viagra-Alternative kann daher auch eine Psychotherapie sein, in der der Therapeut mit dem Betroffenen die psychischen Gründe für die Erektionsstörung herauszufinden versucht. Daran anschließend wird an einer Lösung zur Beseitigung der Probleme gearbeitet.

Eine rezeptfreie Viagra-Alternative?

Insbesondere im Internet sind verschiedene Aphrodisiaka anzutreffen, die eine Viagra-Alternative darstellen sollen. Trotz der oft marketinggerechten Namen stellten sich die Aphrodisiaka in allen Tests als wirkungslos heraus – keines von ihnen taugt als Viagra-Alternative. Anders könnte es bei dem Wirkstoff L-Arigin aussehen. Dieser wurde bereits erfolgreich als Potenzmittel getestet. L-Arigin fördert, wenn regelmäßig eingenommen, die Durchblutung. Es ist in zahlreichen Nahrungsmitteln enthalten und auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Möglicherweise könnte L-Arigin eine Viagra-Alternative darstellen.