Cialis oder Viagra?

Bei der Frage, welches Mittel Sie gegen Erektionsstörungen besser nehmen sollten, hängt die Antwort an mehreren Faktoren. Sowohl Cialis als auch Viagra haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Nachfolgend werden die beiden Arzneien hinsichtlich verschiedener Merkmale miteinander verglichen.

Cialis wirkt länger

Ein für viele als großer Vorteil von Cialis empfundener Umstand ist die längere Wirkungsdauer. Während Viagra lediglich bis zu vier Stunden wirkt, liegt die Wirkungsdauer bei Cialis bei bis zu 36 Stunden. Mit der neuen Cialis-Variante „Cialis once a day“ wird das Mittel täglich eingenommen – unabhängig vom Wunsch nach Geschlechtsverkehr. Die tägliche Dosierung führt dazu, dass auch jederzeit und spontan Sex möglich wird. Ein weiterer Vorteil von Cialis.

Cialis wirkt schneller

Cialis hat gleichzeitig noch einen weiteren Vorteil bei der Zeitdauer bis zum Einsetzen der Wirkung: Etwa eine Viertelstunde nach der Einnahme setzt bei Cialis bereits die Wirkung ein – deutlich schneller als bei Viagra. Kombiniert mit der vergleichsweise deutlich längeren Wirkungsdauer von Cialis ist auch ohne die Variante der täglichen Dosierung eine nahezu durchgängige sexuelle Aktivität möglich. Wer seine wiedergewonnene Potenz auskosten will, kann sie mit Cialis länger pro Tag ausschöpfen.

Wirkungsweise bei Cialis und Viagra sehr ähnlich

Beide Mittel nutzen den gleichen biologisch-chemischen Ansatz bei ihrer Wirkung – sie zählen daher beide auch zu den sogenannten PDE5-Hemmern. Bei einer sexuellen Stimulation beginnt im Körper des Mannes ein biologischer Ablauf, der unter anderem dazu führt, dass bestimmte Gewebebereiche im Penis sich entspannen. Dadurch fließt Blut in die Schwellkörper und eine Erektion entsteht. Sowohl Cialis als auch Viagra setzen einen chemischen Wirkstoff frei, der genau diese Entspannung im Gewebe des Penis unterstützt. Der genaue chemische Wirkstoff unterscheidet sich bei den beiden Mitteln, Cialis setzt auf eine kleinere Dosis. Das bewirkt, dass die Erektion im Vergleich doppelt so schnell nach der sexuellen Stimulation entsteht. In Kombination mit der längeren Wirkungsdauer ist mit Cialis somit mehr Spontanität beim Sex möglich.

Cialis und Viagra mit ähnlichen Nebenwirkungen

Wie bei jedem Medikament sind bei Cialis und Viagra die Neben- und Wechselwirkungen zu beachten. Auf beide Medikamente sollte verzichtet werden, wenn nitrathaltige Arzneien eingenommen werden. Sowohl Cialis als auch Viagra können die Wirkung des nitrathaltigen Mittels verstärken – das kann sehr gefährlich werden. Nitrathaltige Mittel können beispielsweise bestimmte Arzneien gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder -Beschwerden sein. Auch in Lust steigernden Mitteln wie Poppers sind Nitrate enthalten. In Kombination mit Cialis oder Viagra kann das schlimmstenfalls sogar tödlich enden.

Generell sollten Sie weder Cialis noch Viagra einnehmen, wenn Sie unter einer schweren Herzkrankheit leiden oder kürzlich einen Herzinfarkt hatten. Auch nach einem kürzlich erlittenen Schlaganfall sollten Sie auf Cialis oder Viagra verzichten. Sollten Sie überempfindlich oder allergisch auf den Wirkstoff oder weiterer Bestandteile von Cialis oder Viagra reagieren, vermeiden Sie ebenfalls die Einnahme. Im Falle von Cialis kann es zudem zu Wechselwirkungen mit Mitteln für eine Herz-, Leber oder Nierenbehandlung kommen – nehmen Sie Cialis dann ebenfalls auf keinen Fall ein.

Darüber hinaus können bei beiden Mitteln leichtere Nebenwirkungen auftreten, beispielsweise Kopfschmerzen. Unabhängig von der Frage nach Cialis oder Viagra, lassen Sie sich von Ihrem Arzt über die Gefahren der jeweiligen Mittel aufklären. Auch bei Alternativen wie beispielsweise Levitra gelten gleiche oder ähnliche Gefahren wie oben genannt.


Literatur

Medizinische Fachliteratur

  • EMA (European Medicines Agency) (2014):
    Produktinformationen für CialisLevitraSpedraViagra. Die Produktinformationen enthalten neben den Fachinformationen auch die Beipackzettel.
  • McMahon, Chris (2004):
    Efficacy and Safety of Daily Tadalafil in Men with Erectile Dysfunction Previously Unresponsive to On-demand Tadalafil.
    The Journal of Sexual Medicine
    , Volume 1, Issue 3, Pages 292-300.
    Im Internet: Zusammenfassung.
  • Porst, Hartmut; Hell-Momeni, K; Büttner, H (2009):
    Chronische PDE-5-Hemmung bei erektiler Dysfunktion – Neuer Therapieansatz mit täglicher Einmalgabe von Tadalafil.
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    Im Internet: Zusammenfassung
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    Standard Practice in Sexual Medicine. Blackwell Publishing.
  • Porst, Hartmut (2004):
    Erektile Dysfunktion – Neue Medikamente unter besonderer Berücksichtigung der PDE-5-Inhibitoren
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    Im Internet: Zusammenfassung
  • Tsertsvadze, Alexander; Fink, Howard A; Yazdi, Fatemeh et al. (2009):
    Oral Phosphodiesterase-5 Inhibitors and Hormonal Treatments for Erectile Dysfunction: A Systematic Review and Meta-analysis.
    Annals of Internal Medicine, Volume 151, Issue 9, Pages 650-661.

    Im Internet: Artikel (pdf-Datei)