Breathe Green Charcoal Bag

Kann Breathe Green Charcoal Bag wirklich Gerüche neutralisieren?

Zuletzt aktualisiert: November, 2018

Breathe Green Charcoal Bag

Die Schuhe nach einer Sport-Session, das Katzenklo oder der Biomüll. Wohl in jedem Haushalt gibt es ein paar Bereiche, die man als riechender Mensch lieber meidet. Im Internet bläst jetzt ein neues Produkt zum Angriff auf die Geruchsbelästiger. Die Kunden scheinen begeistert, aber kann man der vielen Werbung zu „Breathe Green“ wirklich Glauben schenken? Ein Faktencheck.


Hier gehts zur offiziellen Website des Herstellers


Breathe Green Charcoal Bag – Innovativ aber auch effektiv?

Um der Sache auf den Grund zu gehen, muss ich den „Gestankvernichter“, wie die Werbung ihn nennt, natürlich auch selbst ausprobieren. Da angeblich bereits Fälschungen existieren, bestelle ich mir das orginial „Breathe Green Charcoal Bag“ dazu direkt auf der Seite des Herstellers. Bei dem Produkt handelt es sich nicht um ein Spray oder Ähnliches, sondern um einen Beutel mit Bambus. Grob gesagt. Denn freilich ist in der unauffälligen Tasche etwas mehr als ein bisschen zusammengepferchte Panda-Nahrung. Das Prinzip von „Breathe Green“ fußt auf der Annahme, dass Aktivkohle – in diesem Fall Bambuskohle – in der Lage ist, neben Schadstoffen auch Geruchsstoffe zu absorbieren und somit in sich aufzunehmen.

Raucher werden wissen: Dass mit den Schadstoffen ist ein wissenschaftlicher Fakt, die sogenannten Aktivkohlefilter sind die Elite unter den Zigarettenfiltern. Aber jeder Raucher wird auch wissen, dass der Geruch einer Zigarette sich dadurch um keinen Deut verändert. Was also macht Bambuskohle anders?

Das Breathe Green Charcoal Bag is nicht billig

Breathe Green Charcoal BagNur anhand der Herstellerangaben komme ich auch nicht so ganz dahinter, was das Besondere sein soll. Dementsprechend skeptisch bin ich, als ich auf den Bestell-Button klicke. 19,99 Euro für einen Bambusbeutel ist außerdem ein äußerst stolzer Preis, da kann ich ja fast einen ganzen Baum alleine für großziehen. Bei der Bestellung von dreien bekomme ich allerdings bereits zwei gratis dazu, was mich etwas milde stimmt. Vielleicht gar keine schlechte Idee, so kann ich gleich fünf verschiedene Problemstellen in meinem Haushalt abdecken. Zur Wahrheit gehört aber ebenso, dass ich das mit einem 2,50-Euro-Raumspray auch tun könnte.
Nach drei Werktagen Wartezeit ist mein Breathe Green Charcoal Bag dann auch schon da und die Beutel sind schon einmal nicht so groß, wie ich dachte, was sie unauffälliger macht. Ein Pluspunkt also, denn wer will schon einen „Gestankvernichter“, den man mit einem Kissen verwechseln kann.

Erwartungsvoll lege ich also einen der Beutel in unmittelbare Nähe des Katzenklos, einen zu meinen Sportschuhen (besonders üble Quelle!), einen platziere ich neben dem Biomüll, einer kommt auf die fensterlose Toilette und der fünfte macht Bekanntschaft mit meinem Keller, der einfach als Ganzes irgendwie miefig ist.
Laut Hersteller soll der Beutel in einem Umkreis von zehn Quadratmetern die Luft reinigen. Das ist gar nicht mal so wenig, immerhin etwa drei mal drei Meter. Im Keller wird das Bambus-Wundermittel also an seine Grenzen gehen müssen.

Kann etwas einfach verschwinden?

Bevor ich wieder zu meinen Teststellen zurückkehre, recherchiere ich: Kann Gestank einfach aufgesogen werden? Das erscheint mir doch sehr simpel. Raumsprays etwa überdecken Gerüche, indem ein bestimmtes chemisches Element – häufig schädlich für Haustiere – die „stinkenden“ Moleküle einschließt; frische Luft trägt den Gestank einfach davon beziehungsweise vermengt ihn mit Massen an nicht stinkender Luft, dieser Prozess dauert allerdings. Und die Bambusbeutel?

Der Breathe Green Charcoal Bag wirkt erstaunlich schnell. Auf meinem ersten Kontrollgang nach einer halben Stunde beuge ich meine Nase vorsichtig über den Biomüll. Und siehe da, ich habe nicht das Gefühl, mich erbrechen zu müssen. Dass der Gestank völlig verschwunden sei, ist bisher allerdings auch noch nicht der Fall. Ähnlich ist es mit der Charakteristik meines Fußschweißes, die noch deutlich wahrnehmbar über meinen Sportschuhen schwebt. Sie wirkt allerdings schwächer, als wäre der letzte Sport schon lange her (dabei war ich zwei Stunden vor Testbeginn noch joggen, Ehrenwort!).

Bei den anderen Stationen ist das Bild ähnlich, lediglich der Kellermief bleibt unverändert. Wie ich im Internet herausfinden kann, wirkt die Bambuskohle wie ein Magnet für chemische Verbindungen, die dem Menschen sozusagen übel aufstoßen. Das liegt daran, dass die meisten für die menschliche Nase als unangenehm empfundenen Gerüche ähnliche chemische Strukturen aufweisen. Und genau diese reagieren mit der „Duftnote“ des Bambus, die für den Menschen wiederum kaum wahrnehmbar ist. Somit riecht der Breathe Green Charcoal Bag Bambusbeutel in der Welt der Moleküle eigentlich am meisten, da er alle Gerüche um sich herum in sich aufnimmt. Durch seine eigene, über allem liegende Duftnote ist es aber möglich, dass aus Sicht des Menschen der Gestank einfach verschwindet – den Bambus ist für uns kein intensiver Geruch, zumal nicht, wenn er in einen Beutel gehüllt ist.
Als ich nach zwei Stunden erneut die Stationen abgehe, nun mit meinem neuen Wissen im Hinterkopf, bin ich tatsächlich begeistert.

  1. Das Katzenklo: Riecht unbenutzt!
  2. Der Biomüll: Bis auf einen kleinen Restgeruch gestankfrei!
  3. Die Sportschuhe: Ich muss mir wirklich in Erinnerung rufen, dass es keine fünf Stunden her ist, dass ich Joggen war.
  4. Die fensterlose Toilette: Ein längerer Besuch meines Sohnes dort ist nur fünfzehn Minuten her, trotzdem kann ich frei atmen – und das will einiges heißen!
  5. Der Keller: Hier ist leider kaum eine Veränderung festzustellen. Er ist aber auch eindeutig größer als 10 Quadratmeter.

Breathe Green Charcoal Bag Fazit:

Die Idee hinter dem Breathe Green Charcoal Bag ist – man muss es so sagen – der Wahnsinn. Davon bin ich wirklich begeistert. Endlich eine natürliche Form der Geruchsbekämpfung. In der Anwendung erweist sich der Bambusbeutel als sehr solide und tut das, wofür ich ihn gekauft habe. Bei extrem starken Gerüchen wie dem Biomüll kann eine kleine Note zurückbleiben, im Prinzip ist das aber nebensächlich. Der Gestank als solches ist in meinen Tests auf jeden Fall verschwunden, der riesige Keller ist die Ausnahme. Zwanzig Euro sind sicherlich nicht wenig, die Effektivität macht es in diesem Fall allerdings wieder wett. Und wenn der Beutel tatsächlich zwei Jahre hält, mache ich aus meiner Kaufempfehlung ein absolutes Must-Have-Gebot!

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