Viagra, Cialis oder Levitra – was ist besser?

Viagra, Cialis und Levitra zählen zu den sogenannten PDE5-Hemmern. Das sind Medikamente, die zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (Erektionsstörungen) eingesetzt werden. Mit Viagra kam zuerst ein solches Präparat auf dem Markt. Der in diesem Mittel verwendete Wirkstoff Sildenafil ist seit wenigen Jahren nicht mehr patentrechtlich geschützt, somit existieren heute eine Vielzahl Generika zu Viagra, die aber hinsichtlich der Wirkungsweise identisch sind. Auch Cialis und Levitra greifen in den gleichen biochemischen Prozess der Erektion ein wie Viagra und sind daher in der Wirkung sehr ähnlich – sie nutzen aber jeweils einen anderen Wirkstoff. Daraus ergeben sich noch weitere Unterschiede zwischen den Medikamenten.

Was haben Viagra, Cialis und Levitra gemeinsam?

Wie erwähnt zählen alle drei Produkte zu den sogenannten PDE5-Hemmern. Viagra, Cialis und Levitra setzen alle am gleichen biochemischen Prozess an, um die Erektionsfähigkeit zu erhöhen. Ausgangspunkt ist der Stoff cGMP, den der Körper im Vorlauf einer Erektion ausschüttet. Dieses cGMP sorgt dafür, dass die Muskeln um die feinen Arterien im Penis entspannt werden und die Arterien sich somit weiten können. Blut fließt so schneller und besser in die Schwellkörper ein und eine Erektion entsteht. Das Enzym PDE5 baut cGMP wieder ab, der vorgenannte Prozess läuft somit einmal umgekehrt ab. Wird PDE5 durch einen der Wirkstoffe in Viagra, Cialis oder Levitra gehemmt, bleibt mehr cGMP erhalten. Wurde es vormals zu schnell wieder durch PDE5 abgebaut, kann es nun in Ruhe arbeiten. In der Folge entsteht eine länger anhaltende und stärkere Erektion.

Der zur Hemmung genutzte Wirkstoff unterscheidet sich dabei in den drei Arzneimitteln. Viagra und die Viagra-Generika nutzen den Wirkstoff Sildenafil. Er ist der erste PDE5-Hemmer, der entwickelt wurde. Cialis nutzt den Wirkstoff Tadalafil. Levitra schließlich nutzt den Wirkstoff Vardenafil. Alle drei Wirkstoffe sind chemisch eng verwandt und zeigen daher im Bereich der Erektionsstörung die gleiche Wirkung.

Die dafür notwendigen Dosierungen sind jedoch unterschiedlich. Tadalafil und Vardenafil können im Vergleich zu Sildenafil in geringeren Dosierungen verabreicht werden, um zu wirken. Die normale Dosierung Sildenafil in Viagra beträgt 50 Milligramm – Cialis und Levitra liegen in der Standarddosierung ihrer Wirkstoffe deutlich darunter.

Wie unterscheidet sich die Wirkungsdauer zwischen Viagra, Cialis und Levitra?

Zwar ist die Wirkungsweise zwischen Viagra, Cialis und Levitra nahezu identisch, die Unterschiede ergeben sich aber beispielsweise in der Wirkungsdauer – sowohl für den Zeitraum bis zur vollen möglichen Wirkung als auch die Wirkungsdauer nach der Einnahme. Viagra und Levitra müssen etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Auch die anschließende Wirkungsdauer ist bei beiden Präparaten mit bis zu vier Stunden bei Viagra und bis zu fünf Stunden bei Levitra sehr ähnlich. Hier können im Einzelfall aber durchaus unterschiede auftreten – angesprochene Wirkungsdauern beziehen sich stets auf einen Durchschnitt.

Cialis fällt hierbei deutlich heraus. Zum einen wirkt es deutlich schneller – 20 bis 30 Minuten nach der Einnahme kann es seine volle Wirkung entfalten. Ein von vielen Nutzern geschätzter Vorteil von Cialis liegt in seiner langen Wirkungsdauer. Bis zu 36 Stunden kann die Wirkung anhalten. Das erlaubt auch eine alternative Einnahmemöglichkeit in der Form Cialis once a Day. Hier wird eine geringe Dosis Cialis unabhängig von Planungen bezüglich des Geschlechtsverkehrs dem Körper zugeführt.

Individuelle Schwankungen insbesondere im Falle des Zeitraums bis zur Wirkung sind bei Cialis aber höher. Im Einzelfall kann es auch bis zu zwei Stunden dauern, bis Cialis seine Wirkung zeigt. Durch den deutlich langsameren Abbau von Tadalafil im Körper halten eventuell auftretende Nebenwirkungen auch länger an.

Bei schweren Erektionsstörungen oder im Falle von Diabetikern zeigt Levitra eine im Vergleich deutlich bessere Wirkung als die anderen beiden Mittel. Auch durch eine Operation an der Prostata bedingte Erektionsstörung kann mit Levitra behandelbar sein, während Viagra und Cialis in diesem Fall eher selten zum Erfolg führen.

Gibt es Unterschiede bei den Neben- und Wechselwirkungen?

Alle PDE5-Hemmer weisen sehr ähnliche potenzielle Nebenwirkungen auf. Ob und wie stark eine Nebenwirkung auftritt, hängt dabei sehr stark vom Einzelfall ab. Es kann durchaus passieren, dass durch die Einnahme eines Präparats eine bestimmte Nebenwirkung auftritt, diese Nebenwirkung bei einem Wechsel auf ein anderes Präparat aber nicht mehr auftritt. Auch die Ausprägung einzelner Nebenwirkungen kann sich im individuellen Fall durchaus unterscheiden.

Allgemein ist die Nebenwirkung der Sehstörung im Falle von Cialis deutlich seltener zu beobachten. Präparate auf Sildenafil-Basis zeigen diese Nebenwirkung vergleichsweise häufiger. Bei Levitra treten im Vergleich zu Cialis und Viagra häufiger Herzrhythmusstörungen als Nebenwirkung auf. Cialis führt im Vergleich häufiger zu Rückenschmerzen als die anderen beiden Präparate. Dafür reagiert Cialis weniger stark in seiner Wirkungsdauer auf fettreiche Mahlzeiten, die zu sich genommen werden.

Wesentlich vorsichtiger müssen Patienten bei der Einnahme von allen PDE5-Hemmern mit Wechselwirkungen zu anderen Medikamenten sowie Vorerkrankungen sein. Bei Herz-Kreislauf-Problemen und Bluthochdruck ist besondere Vorsicht angezeigt, insbesondere bei der Einnahme entsprechender Medikamente. Auch bei weiteren Erkrankungen wie Leber- und Nierenleiden, der Einnahme von Antidepressiva oder Diabetes darf die Einnahme von PDE5-Hemmern nur nach ausführlicher Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Viagra, Cialis oder Levitra?

Eine allgemeine Aussage, welcher PDE5-Hemmer zu bevorzugen ist, lässt sich nicht treffen. Bei Erektionsstörungen ist die Diagnose und Behandlung durch einen Arzt stets wichtig. Mit ärztlicher Betreuung ist im jeweiligen Einzelfall auch das Präparat in genau der Dosierung herauszufinden, dass für genau diesen Fall die beste Lösung darstellt. Die einzelne Person kann auf die jeweiligen Wirkstoffe sehr unterschiedlich reagieren. Das gilt nicht nur für die Wirkung, sondern auch für die Verträglichkeit.