Was tun bei schlaffem Penis?

Für viele Männer ist das eine äußerst unangenehme Situation: Während des Geschlechtsverkehrs erschlafft der Penis oder es konnte gar nicht erst eine Erektion erreicht werden. Ein schlaffer Penis beim Sex ist während einer intimen Zweisamkeit eine gefühlte Katastrophe, allerdings passiert das vielen Männern hin und wieder. Schwerwiegender und auch gesundheitlich relevanter wird es, wenn die Erektionsstörungen über einen längeren Zeitraum ablaufen sind, ein steifer Penis scheinbar gar nicht mehr möglich ist.

Betroffenen Männern stellt sich dann schnell die Frage, was die Ursache von Erektionsstörungen ist, und natürlich, was sie dagegen unternehmen können. Beide Fragen hängen unmittelbar zusammen und sollen nachfolgend schrittweise beantwortet werden. Denn die Ergründung der Ursachen ist nicht nur in Hinblick auf das Sexualleben wichtig.

Schlaffer Penis gleich Impotenz?

Wenn Probleme beim Geschlechtsverkehr oder beim Masturbieren mit der Erektion auftreten, bedeutet das zunächst nicht, das wirklich eine erektile Dysfunktion – so der medizinisch korrekte Begriff – vorliegt. Die Erektion ist ein biologisch recht komplexer Vorgang, der durch viele Dinge gestört werden kann. Allgemein können Erektionsstörungen organische oder psychische Ursachen haben. Auch die eigenen Lebensumstände spielen eine Rolle bei der Erektionsfähigkeit. Ein steifer Penis – die Erektion – einmal nicht zu erreichen, ist nicht so ungewöhnlich. Wenn sich die Probleme wiederholen, ist allerdings Vorsicht geboten.

Wenn die Erektionsstörungen anhalten, sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen. Da viele Ursachen vorliegen können, ist die genaue Ursache im Einzelfall unbedingt abzuklären. Nur so kann eine erfolgreiche Behandlung stattfinden. Zudem ist eine erektile Dysfunktion auch ein Symptom für eine schwerwiegendere Erkrankung, beispielsweise des Herz-Kreislauf-Systems. Eine ärztliche Behandlung ist also gleich doppelt wichtig.

Was ist eine Erektion?

Wie bereits angedeutet, ist eine Erektion ein relativ komplexer biologisch-chemischer Prozess. Am Anfang steht ein sexueller Stimulus, der vom Gehirn entsprechend wahrgenommen und verarbeitet wird. Das Gehirn sendet über die Nervenbahnen ein entsprechendes Signal durch den Körper und auch zum Penis. Hormone und Enzyme bewirken, dass die Muskulatur um die Schwellkörper sich entspannt und so Blut in die Schwellkörper einfließen kann. Das Resultat ist ein steifer Penis – der rund achtmal mehr Blut enthält als ein schlaffer Penis.

In dieser Abfolge darf nichts gestört sein, sonst gibt es Probleme mit der Erektion. Der sexuelle Stimulus muss also korrekt verarbeitet werden, die Nervenbahnen müssen intakt sein und auch die Blutgefäße müssen gesund. Die Durchblutung muss gewährleistet werden und auch bei den Hormonen darf kein Ungleichgewicht vorliegen. Insbesondere Testosteron ist hier wichtig – zu niedrige Testosteronwerte vermindern die Lust und auch die Erektionsfähigkeit.

Was sind die Ursachen von Erektionsstörungen?

Grundsätzlich lassen sich organische und psychische Ursachen für Erektionsstörungen feststellen. Häufig ist nicht eine Ursache allein für die erektile Dysfunktion verantwortlich. Häufig ist, dass durch die Erektionsprobleme der psychische Druck wächst, was wiederum die Probleme verfestigt – unabhängig von der ursprünglichen Ursache.

Bei den psychischen Ursachen spielen vor allem Versagensängste und Erfolgsdruck eine große Rolle. Gut im Bett zu sein und immer zu können, ist bei vielen Männern so tief verankert, dass dies die Erektionsfähigkeit negativ beeinflussen kann. Kann dann einmal tatsächlich keine Erektion erreicht werden oder der Sex nicht genossen, kann der Mann in eine Angstspirale geraten, die die Erektionsstörungen anhaltend machen.

Aber auch andere Unsicherheiten in Bezug zum eigenen Körper oder des eigenen Penis können eine Rolle spielen. Dazu zählen auch unrealistische Einstellungen oder Vorstellungen zum Sex, die dann hemmend wirken und zu Erektionsstörungen führen. Unabhängig vom Sexualleben können psychische Belastungen wie Stress, Probleme in der Partnerschaft, andere Problemfelder oder Depressionen zu einer erektilen Dysfunktion führen.

Bei den organischen (körperlichen) Ursachen sind Erkrankungen, die die Durchblutung beeinträchtigen, ein wichtiger Grund für Erektionsstörungen. Dazu zählt eine Vielzahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch eine Schilddrüsenfehlfunktion, Diabetes oder Gefäßschäden. Auch Nervenschäden können ursächlich sein. Hormonelle Probleme können ebenfalls zu Erektionsproblemen führen.

Eine große Rolle für die Erektionsfähigkeit spielt auch der Lebensstil. Übergewicht, mangelnde Bewegung, Rauchen und Alkohol- und Drogenkonsum können Erektionsstörungen mindestens verstärken, vor allem wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen. Oft findet sich auch eine Kombination dieser vorgenannten Ursachen.

Wie werden Erektionsstörungen behandelt?

Aufgrund der Vielzahl an möglichen Ursachen sollten Sie sich in ärztliche Behandlung begeben, wenn Sie (längere) Probleme mit der Erektion haben. Im Vorlauf ist es für Sie und auch für den Arzt hilfreich, sich Ihre Situation und die Umstände vor Augen zu führen. Sie könnten beispielsweise notieren, wie die Begleitumstände aussehen, wenn Sie vergeblich eine Erektion zu erreichen versuchten.

Hier können auch Kleinigkeiten wichtig sein: Erreiche Sie keine Erektion beim (versuchten) Geschlechtsverkehr mit der Partnerin? Wie sieht das beim Masturbieren aus? Haben Sie eine Morgenerektion? Gibt es Probleme in der Beziehung, auf der Arbeit, mit der Familie, finanzieller Art? Wie steht es um Ihre Lust auf Sex? Nehmen Sie Medikamente ein?

Die ehrliche Antwort auf diese Fragen hilft dann auch Ihrem Arzt weiter, die genauen Ursachen für Ihre Erektionsstörungen festzustellen. Je nach Ihrer Situation und der medizinischen Vorgeschichte schlägt Ihnen der Arzt eine Behandlungsmöglichkeit vor. Das kann ein erektionsförderndes Medikament wie Viagra oder Cialis sein, wenn eine organische, nicht nervliche Ursache vorliegt. Es kann aber auch eine andere Behandlungsmethode vorgeschlagen werden.

Wichtig hierbei ist auch, dass die Erektionsstörungen ein Hinweis für eine ernste Erkrankung sein können. Die erektile Dysfunktion ist ein Symptom diverser Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das sollte unbedingt abgeklärt werden. Benötigen Sie nur ein wenig medikamentöse Unterstützung, wird Ihr Arzt es wahrscheinlich zunächst mit Viagra, Cialis oder eine der anderen Potenzmedikamente versuchen. Diese Medikamente sorgen für einen besseren Blutzufluss in die Schwellkörper und für einen reduzierten Abfluss des Blutes bei der Erektion.