Ist Impotenz heilbar?

Impotenz – oder besser Erektionsstörung beziehungsweise medizinisch korrekt erektile Dysfunktion – ist gerade für betroffene Männer ein Tabuthema. Die Hemmungen, darüber zu sprechen und sich behandeln zu lassen, sind groß. Dabei sind die Betroffenen mit diesem Problem nicht allein – gut die Hälfte aller Männer leiden mindestens gelegentlich unter Problemen mit der Potenz. Dabei ist auch eine dauerhafte Erektionsstörung heute gut behandelbar. Liegen die Ursachen der Erektionsstörung in der Psyche, ist sie gar heilbar.

Gründe der Erektionsstörung

Es ist für eine erfolgreiche Behandlung unbedingt erforderlich, die genauen Gründe der Erektionsstörung zu kennen. Sollten Sie betroffen sein, müssen Sie daher Ihre Hemmungen überwinden und ärztlichen Rat suchen. Nur so können Sie aktiv die Erektionsstörung angehen und irgendwann wieder ein normales Sexualleben genießen. Zudem räumt ein Arztbesuch auch mit gängigen Missverständnissen auf. Beispielsweise mit dem Begriff Impotenz, der oft fälschlich verwendet wird – und dass eine Erektionsstörung mit Unfruchtbarkeit nichts zu tun hat.

Grundsätzlich kommen zwei wesentliche Gründe für eine Erektionsstörung in Betracht. Die erste ist eine körperliche Ursache. Durchblutungsstörung oder eine Hormonstörung sind dabei häufig die genauen Ursachen. Einfach das Älterwerden kann somit zu Problemen mit der Erektion führen, aber auch der Lebensstil, die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder bestimmte Erkrankungen. In dieser Hinsicht ist ein Arztbesuch doppelt wertvoll – mögliche Erkrankungen können so rechtzeitig erkannt werden.

Der zweite mögliche Grund sind psychische Ursachen. Sexuelle Versagensängste oder ein selbst auferlegter Druck führen nicht selten zu Problemen mit der Erektion. Nicht ungewöhnlich sind als Ursachen Stress, Beziehungsprobleme, Probleme im sozialen oder finanziellen Umfeld oder Depressionen. Nicht selten gehen körperliche und psychische Ursachen Hand in Hand, sodass der Betroffene in eine Abwärtsspirale gerät. Mithilfe eines Arztes können Sie die Ursache genau bestimmten und eine Behandlung gegen die Erektionsstörung beginnen.

Natürliche Behandlungsmethoden

Dass es nicht immer gleich die Medikamentenkeule sein muss, zeigen diverse natürliche Möglichkeiten, die Erektionsprobleme in den Griff zu bekommen. Dazu gehört zuerst das offene Gespräch mit der Partnerin. Das nimmt in den meisten Fällen den psychischen Druck beim Mann und zusammen lässt sich häufig die Sexualität neu entdecken – beispielsweise mit Hilfsmitteln und neuen sexuellen Spielarten. Ein sehr wichtiger weiterer Schritt ist das Umstellen des Lebensstils. Rauchen, Übergewicht, Alkohol, Drogen und mangelnde Bewegung beeinträchtigen alle negativ die Erektionsfähigkeit. Wenn Sie Ihren Lebensstil umstellen, dann bekämpfen Sie damit auch die Erektionsstörung.

Medikamentöse Behandlungsmethoden

Viele betroffene Männer denken bei der Behandlung von Erektionsstörungen sicherlich an Präparate wie Viagra, Cialis oder Levitra. Diese sogenannten greifen in den biochemischen Prozess der Erektion ein und helfen dabei, eine Erektion zu bilden und zu halten. Sie sind insbesondere bei bestimmten natürlichen Ursachen der Erektionsstörung anwendbar – und sie sind verschreibungspflichtig. Liegt der Grund der Erektionsstörung aber beispielsweise bei einem zu geringen Testosteronspiegel, sind PDE5-Hemmer zur Behandlung ungeeignet.

In dem Fall kann Testosteron zugeführt werden. PDE5-Hemmer sind ebenfalls zur Behandlung ungeeignet, wenn der Grund der Erektionsstörung in einer Schädigung der Nerven liegt. In diesem Fall gibt es aber Medikamente, die direkt in den Penis gespritzt oder eingeführt werden und so für eine Erektion sorgen.

Mechanische Hilfsmittel

Es gibt auch diverse mechanische Hilfsmittel, die gegen eine Erektionsstörung eingesetzt werden können. Auch als sexuelles Hilfsmittel gut geeignet ist eineVakuumpumpe. Durch Unterdruck in einem Behältnis, in dem der Penis eingeführt wird, wird Blut in die Schwellkörper gepumpt. In der Folge entsteht eine Erektion. Die Vakuumpumpe ist sowohl bei psychischen als auch bei körperlichen Ursachen geeignet, eine Erektion herbeizuführen.

Liegt eine schwere Erektionsstörung vor, die nicht durch Medikamente oder andere Mittel behandelbar ist, kann eine Penisprothese eingesetzt werden. Damit ist eine Operation verbunden, bei der die Schwellkörper im Penis mit künstlichen Behältnissen ersetzt werden. Über eine im Hodensack eingepflanzte Pumpe wird dann eine Flüssigkeit in die Behältnisse gepumpt und die Erektion entsteht.

(Sexual-) Therapeutische Maßnahmen

Um psychisch bedingte Erektionsstörungen zu bekämpfen, sind therapeutische Maßnahmen sehr gut geeignet. Im Erfolgsfall ist die Erektionsstörung dann sogar geheilt. Hier ist zu unterscheiden, wo genau die psychische Ursache liegt. Spielen Versagensängste oder Leistungsdruck die wesentliche Rolle, ist eine Sexualtherapie die richtige Wahl. Bei Beziehungsproblemen und ähnlich gelagerten Ursachen kann eine Paartherapie weiterhelfen. Liegt die Ursache der Erektionsstörung im Stress oder einer Depression begründet, bekämpft eine Psychotherapie die dahinterliegenden Ursachen und in der Folge dann auch die Erektionsstörung.

Fazit

Erektionsstörungen sind noch immer ein großes Tabuthema und betroffene Männer haben große Hemmungen, offen damit umzugehen oder auch nur ein Arzt damit aufzusuchen. Dabei ist eine ärztliche Diagnose und Behandlung für ein erfolgreiches Vorgehen gegen die Erektionsstörung besonders wichtig. Denn je nach Ursache ist die richtige Behandlungsmethode auszuwählen – und mit der richtigen Behandlungsmethode stehen die Chancen sehr gut, wieder eine Erektion zu erlangen und ein normales Sexualleben führen zu können.

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